Archiv des Autors: admin

22.03.2018 – Donnerstag der 5. Fastenwoche

Kommentar zum heutigen Evangelium 
Hl. Cyrill von Jerusalem (313-350), Bischof von Jerusalem und Kirchenlehrer
5. Katechese an die Täuflinge, 5-6 (vgl. Bibliothek der Kirchenväter, München 1922)

„Bist du etwa größer als unser Vater Abraham?“

Viel wäre über den Glauben zu sagen. […] Vorerst möge es genügen, wenn wir aus den Vorbildern des Alten Testamentes die eine Person Abrahams herausgreifen, zumal wir durch den Glauben seine Kinder geworden sind. Abraham ist nicht nur aufgrund von Werken, sondern auch aufgrund des Glaubens gerechtfertigt worden. Viel hat er geleistet, doch Freund Gottes wurde er immer erst genannt, als er seinen Glauben bekannte. Und alles, was er tat, hat er im Glauben vollendet. Im Glauben verließ er seine Eltern, im Glauben verließ er Vaterland, Haus und Hof. Auf demselben Weg nun, auf dem jener gerechtfertigt wurde, sollst auch du gerecht werden. Sein Körper konnte nicht mehr Kinder zeugen; denn Abraham war ein Greis. Auch seine Frau [Sara] war schon bejahrt und hatte keine Hoffnung mehr, Kinder zu gebären. Gott verspricht dem Greis Nachkommenschaft, und „Abraham war nicht schwach im Glauben“, obwohl er erkannte, dass sein Leib bereits erstorben war. Er sah nicht auf die Schwäche seines Körpers, sondern auf die Kraft dessen, der die Verheißung gab, und hielt ihn für treu, und so empfing er aus erstorbenen Leibern wider Erwarten einen Sohn. […]

[…] durch den Glauben ist er [Abraham] unser Vorbild, durch ihn werden wir alle Abrahams Söhne. Inwiefern und auf welche Weise? Menschen ist es unglaublich, dass jemand von den Toten aufersteht, wie es ihnen auch unglaublich ist, dass abgestorbene alte Leute Nachkommenschaft erhalten. Doch wenn verkündet wird, dass Christus gekreuzigt worden ist und nach seinem Tode wieder auferstanden ist, glauben wir es. Die Ähnlichkeit des Glaubens ist es, durch welche wir also zur Kindschaft Abrahams gelangen. Sind wir gläubig geworden, dann werden wir Abraham auch ähnlich, sofern wir das geistige Siegel erhalten, vom Hl. Geist in der Taufe beschnitten werden […].

Quelle: Archiv der Herz Jesu Franziskaner

Tagesevangelium – 22.03.2018

Aus dem Heiligen Evangelium nach Johannes – Joh 8,51-59

In jener Zeit sprach Jesus zu den Juden: Amen, amen, ich sage euch: Wenn jemand an meinem Wort festhält, wird er auf ewig den Tod nicht schauen.
Da sagten die Juden zu ihm: Jetzt wissen wir, dass du von einem Dämon besessen bist. Abraham und die Propheten sind gestorben, du aber sagst: Wenn jemand an meinem Wort festhält, wird er auf ewig den Tod nicht erleiden. Bist du etwa größer als unser Vater Abraham? Er ist gestorben, und die Propheten sind gestorben. Für wen gibst du dich aus?
Jesus antwortete: Wenn ich mich selbst ehre, so gilt meine Ehre nichts. Mein Vater ist es, der mich ehrt, er, von dem ihr sagt: Er ist unser Gott. Doch ihr habt ihn nicht erkannt. Ich aber kenne ihn, und wenn ich sagen würde: Ich kenne ihn nicht, so wäre ich ein Lügner wie ihr. Aber ich kenne ihn und halte an seinem Wort fest. Euer Vater Abraham jubelte, weil er meinen Tag sehen sollte. Er sah ihn und freute sich. Die Juden entgegneten: Du bist noch keine fünfzig Jahre alt und willst Abraham gesehen haben?
Jesus erwiderte ihnen: Amen, amen, ich sage euch: Noch ehe Abraham wurde, bin ich.
Da hoben sie Steine auf, um sie auf ihn zu werfen. Jesus aber verbarg sich und verließ den Tempel.

Quelle: Archiv der Herz Jesu Franziskaner

21.03.2018 – Mittwoch der 5. Fastenwoche

Kommentar zum heutigen Evangelium 
Hl. Augustinus (354-430), Bischof von Hippo (Nordafrika) und Kirchenlehrer
Vorträge über das Johannes-Evangelium, 41. Vortrag, 8 (vgl. Bibliothek der Kirchenväter, München 1913-1914)

„Dann werdet ihr die Wahrheit erkennen und die Wahrheit wird euch befreien“

„Der Knecht aber“, sagt er, „bleibt nicht auf ewig im Hause“. Das Haus ist die Kirche, der Knecht ist der Sünder. Es treten viele Sünder in die Kirche ein. Er sagte also nicht: „Der Knecht ist nicht im Hause“, sondern: „er bleibt nicht auf ewig im Hause“. […] Denn „wenn der gerechte König auf dem Throne sitzt“, wie die Schrift sagt, „wer wird sich rühmen, ein reines Herz zu haben, oder wer wird sich rühmen, frei zu sein von der Sünde?“ (Spr 20, 8-9). […] Welche Hoffnung haben wir also, die wir nicht ohne Sünde sind?

Höre deine Hoffnung: „Der Sohn bleibt auf ewig. Wenn euch also der Sohn befreit, dann werdet ihr wahrhaft frei sein“. […] denn wir waren Knechte der Begierlichkeit, befreit werden wir Knechte der Liebe. Dies sagt auch der Apostel: „Ihr aber, Brüder, seid zur Freiheit berufen worden; nur macht nicht die Freiheit zum Anlass für das Fleisch, sondern dient einander in Liebe“ (Gal 5,13). Es sage also der Christ nicht: Ich bin frei, ich bin zur Freiheit berufen; ich war ein Knecht, aber ich bin losgekauft und eben durch den Loskauf frei geworden, mag ich tun, was ich will; niemand soll meinem Willen entgegentreten, wenn ich frei bin. Aber wenn du durch diesen Willen eine Sünde tust, bist du ein Knecht der Sünde. Missbrauche also die Freiheit nicht, dass du freiwillig sündigst, sondern gebrauche sie so, dass du nicht sündigst. Denn dein Wille wird frei sein, wenn er fromm ist. Du wirst frei sein, wenn du ein Knecht bist ― frei von der Sünde, ein Knecht der Gerechtigkeit […].

Quelle: Archiv der Herz Jesu Franziskaner

Tagesevangelium – 21.03.2018

Aus dem Heiligen Evangelium nach Johannes – Joh 8,31-42

In jener Zeit sprach Jesus zu den Juden, die an ihn glaubten: Wenn ihr in meinem Wort bleibt, seid ihr wirklich meine Jünger. Dann werdet ihr die Wahrheit erkennen, und die Wahrheit wird euch befreien. Sie erwiderten ihm: Wir sind Nachkommen Abrahams und sind noch nie Sklaven gewesen. Wie kannst du sagen: Ihr werdet frei werden? Jesus antwortete ihnen: Amen, amen, das sage ich euch: Wer die Sünde tut, ist Sklave der Sünde.
Der Sklave aber bleibt nicht für immer im Haus; nur der Sohn bleibt für immer im Haus.
Wenn euch also der Sohn befreit, dann seid ihr wirklich frei. Ich weiß, dass ihr Nachkommen Abrahams seid. Aber ihr wollt mich töten, weil mein Wort in euch keine Aufnahme findet.
Ich sage, was ich beim Vater gesehen habe, und ihr tut, was ihr von eurem Vater gehört habt.
Sie antworteten ihm: Unser Vater ist Abraham. Jesus sagte zu ihnen: Wenn ihr Kinder Abrahams wärt, würdet ihr so handeln wie Abraham. Jetzt aber wollt ihr mich töten, einen Menschen, der euch die Wahrheit verkündet hat, die Wahrheit, die ich von Gott gehört habe. So hat Abraham nicht gehandelt. Ihr vollbringt die Werke eures Vaters. Sie entgegneten ihm: Wir stammen nicht aus einem Ehebruch, sondern wir haben nur den einen Vater: Gott. Jesus sagte zu ihnen: Wenn Gott euer Vater wäre, würdet ihr mich lieben; denn von Gott bin ich ausgegangen und gekommen. Ich bin nicht in meinem eigenen Namen gekommen, sondern er hat mich gesandt.

Quelle: Archiv der Herz Jesu Franziskaner

Hl. Pater Pio – 20.03.2018

Worte des hl. Pater Pio – 20.03.2018

Halt dich immer ganz fest und ohne Unterlass an Gott, weihe Ihm all deine Liebe, all deine Qualen und Mühen, dein ganzes Ich, und warte geduldig auf die Wiederkehr der schönen Sonne, immer wenn es dem himmlischen Bräutigam gefällt, dich mit den Prüfungen der seelischen Dürre, der Trostlosigkeit und der geistigen Finsternis zu besuchen.

Quelle: Worte des hl. P. Pio, CFM.SCJ Archiv Kairo

20.03.2018 – Dienstag der 5. Fastenwoche

Kommentar zum heutigen Evangelium 
Philoxenus von Mabbug (um 450-523), Bischof in Syrien
Brief über das monastische Leben

„Und ich, wenn ich über die Erde erhöht bin, werde alle zu mir ziehen“ (Joh 12,32)

Wisse und begreife, Bruder […], dass es in der Wüste eine Menge Schlangen gibt, die auf viele deiner Gedanken herumbeißen, also Beleidigungen, üble Nachrede, Ängste, Gemurre, Streit, Verleumdungen: das alles richtet sich gegen dich […] Wenn du aber dem entkommen willst, tue, was die Israeliten taten […]: sie schauten auf zur ehernen Schlange, die Mose auf dem Berggipfel aufgerichtet hatte, und alle, die gehorchten und sie anschauten, waren geheilt. Schau auch du, wenn du merkst, dass eine dieser Schlangen dich gebissen hat, auf unseren Herrn Jesus Christus, der am Kreuze hängt […] So sagt auch der Apostel Paulus: „Blicke auf Jesus, den Urheber und Vollender des Glaubens; er hat angesichts der vor ihm liegenden Freude das Kreuz auf sich genommen, ohne auf die Schande zu achten“ (vgl. Hebr 12,2) […]

So musst du, kurz gesagt, deine Augen auf ihn gerichtet lassen, wenn du von Schlangen gebissen wirst: Wenn man deine Ehre angreift, dann richte deine Augen auf ihn; auch ihm ist um deinetwillen die Ehre abgeschnitten worden, und er wurde wie ein vom Dämon Besessener und wie ein Samariter behandelt (Joh 8,48) […]; er wurde verspottet und geohrfeigt; man hat ihm ins Gesicht gespuckt; ihm gab man Essig und Galle zu trinken, man drückte ihm eine Dornenkrone aufs Haupt. Wenn du, weil man dir wichtige Dienste überträgt, von einem eitlen Gedanken gebissen wirst, so erinnere dich an das Wort unseres Herrn: „Wenn ihr alles getan habt, was euch befohlen wurde, sollt ihr sagen: Wir sind unnütze Knechte“ (Lk 17,10). Wenn es dich gelüstet, deinen Bruder wegen seiner Schwachheit zu missachten, dann schau auf den, der, um sie in der Begegnung mit ihm zur Umkehr zu rufen, für Sünder, Zöllner und Dirnen größere liebende Fürsorge aufbrachte als für Gerechte, die der Umkehr nicht bedurften (Lk 5,30‒32). Und wenn natürliche Anlagen und Dämonen dir zusetzen, dann blicke auf zu ihm, der mit durchbohrten Händen und Füßen am Kreuz hängt […] Erwäge all dies unverzüglich in deinem Herzen, und das Gift der Schlangen entweicht aus deinem Herzen. Durch seine Kreuzigung ist dir Jesus näher als es die eherne Schlange den Israeliten war: er wohnt in deinem Herzen, und in den verborgenen Winkeln deiner Seele leuchtet auf das Licht seines glorreichen Antlitzes.

Quelle: Archiv der Herz Jesu Franziskaner

Tagesevangelium – 20.03.2018

Aus dem Heiligen Evangelium nach Johannes – Joh 8,21-30

In jener Zeit sprach Jesus zu den Pharisäern: Ich gehe fort, und ihr werdet mich suchen, und ihr werdet in eurer Sünde sterben. Wohin ich gehe, dorthin könnt ihr nicht gelangen.
Da sagten die Juden: Will er sich etwa umbringen? Warum sagt er sonst: Wohin ich gehe, dorthin könnt ihr nicht gelangen? Er sagte zu ihnen: Ihr stammt von unten, ich stamme von oben; ihr seid aus dieser Welt, ich bin nicht aus dieser Welt. Ich habe euch gesagt: Ihr werdet in euren Sünden sterben; denn wenn ihr nicht glaubt, dass ich es bin, werdet ihr in euren Sünden sterben. Da fragten sie ihn: Wer bist du denn? Jesus antwortete: Warum rede ich überhaupt noch mit euch? Ich hätte noch viel über euch zu sagen und viel zu richten, aber er, der mich gesandt hat, bürgt für die Wahrheit, und was ich von ihm gehört habe, das sage ich der Welt.
Sie verstanden nicht, dass er damit den Vater meinte. Da sagte Jesus zu ihnen: Wenn ihr den Menschensohn erhöht habt, dann werdet ihr erkennen, dass Ich es bin. Ihr werdet erkennen, dass ich nichts im eigenen Namen tue, sondern nur das sage, was mich der Vater gelehrt hat.
Und er, der mich gesandt hat, ist bei mir; er hat mich nicht allein gelassen, weil ich immer das tue, was ihm gefällt. Als Jesus das sagte, kamen viele zum Glauben an ihn.

Quelle: Archiv der Herz Jesu Franziskaner

Hl. Pater Pio – 19.03.2018

Worte des hl. Pater Pio – 19.03.2018

Schonen wir uns nicht bei unserem Aufstieg auf den Kalvarienberg, aus Liebe zu Dem, der sich aus Liebe zu uns aufopferte, und warten wir geduldig in der Gewissheit, uns schließlich zum Flug auf den Tabor zu erheben.

Quelle: Worte des hl. P. Pio, CFM.SCJ Archiv Kairo

19.03.2018 – Hochfest des Hl. Josef, Bräutigam der Gottesmutter Maria

Kommentar zum heutigen Evangelium 
Hl. Claude de la Colombière (1641-1682), Jesuit
Erste Lobrede an den hl. Josef

„Fürchte dich nicht, Maria als deine Frau zu dir zu nehmen“

Wir wissen sehr wenig über das Leben des hl. Josef. Das Evangelium berichtet nur drei oder vier Episoden, in denen er tätig wird. Ein antiker Schriftsteller trifft die Feststellung, dass sich darin keine einzige Äußerung von ihm finden lässt. Eine Erklärung dafür ist vielleicht, dass […] der Heilige Geist uns damit auf die Verschwiegenheit des hl. Josef und seine Zurückgenommenheit aufmerksam machen wollte. Wie dem auch sei, jedenfalls bedeutet das für uns einen herben Verlust. Hätte der Herr es uns erlaubt, Einzelheiten aus dem Leben dieses großen Heiligen zu erfahren, dann fänden wir zweifellos darin mustergültige Regeln, vor allem für Leute im Ehestand […]

Das Leben des hl. Josef lässt sich in zwei Abschnitte gliedern. Der erste Abschnitt gilt der Zeit vor seiner Heirat, der zweite der nach seiner Hochzeit. Über den ersten Abschnitt fehlt uns jegliche Information, über den zweiten wissen wir nur sehr wenig. Ich gehe aber davon aus, dass beide Zeiträume von großer Heiligkeit geprägt waren: der erste, weil er in einer so bedeutsamen Heirat gipfelte; der zweite, noch heiligmäßiger, weil er ganz von dieser Ehegemeinschaft bestimmt war […]

Welchen Nutzen musste der hl. Josef doch aus so vielen Jahren eines beinahe ununterbrochenen Dialogs mit der Heiligen Jungfrau gezogen haben! […] Ich zweifle nicht im geringsten daran, dass selbst ein Schweigen Marias für ihn förderlich war und dass schon ein Blick auf sie genügte, um die Anregung zu verspüren, Gott zu lieben und alles andere als nebensächlich zu erachten. Aber welcher Art mussten Gespräche sein, die jemand führte, in dessen Seele der Heilige Geist wohnte, in die Gott die Fülle der Gnaden ausgegossen hatte und die mehr Liebe in sich trug als alle Seraphim zusammen! Welche Glut musste aus dem Mund kommen, wenn er sich öffnete, um den Regungen des Herzens Ausdruck zu verleihen! Welche Kälte, welches Eis hätte er nicht zum Verschwinden gebracht! Welche Wirkung aber musste diese Glut auf Josef ausüben, der doch ohnehin dazu veranlagt war, sich entflammen zu lassen! […] Dieses große Feuer, das die ganze Erde in Brand zu setzen vermochte, hatte jahrelang nur das Herz des Josef, um es zu erwärmen und verzehren […] Wenn sie geglaubt hat, dass Josefs Herz Teil ihres eigenen Herzens sei, wie sehr muss sie darauf bedacht gewesen sein, dass es sich in Liebe zu Gott entflamme!

Quelle: Archiv der Herz Jesu Franziskaner