Archiv des Autors: admin

Texte vom 20.12. in der Adventszeit

Kommentar zum heutigen Evangelium 
Hl. Bernhard (1091-1153), Zisterziensermönch und Kirchenlehrer
Lob der Jungfrau Maria 4,11

„Mir geschehe, wie du es gesagt hast“

Lasst uns alle auf die Antwort derjenigen hören, die dazu auserwählt wurde, die Mutter Gottes zu sein, und die dennoch ihre Demut nicht verloren hat: „Siehe, ich bin die Magd des Herrn; mir geschehe, wie du es gesagt hast“ […] Mit diesen Worten drückt Maria eher aus, wie lebhaft ihr Wunsch ist, als dass sie, nach der Art eines noch zweifelnden Menschen, um seine Verwirklichung bäte. Nichts spricht jedoch dagegen, in diesem „fiat“, diesem „mir geschehe“, ein Gebet zu sehen […] Denn Gott will, dass wir ihn auch um Dinge bitten, die er uns verheißt. Das ist zweifellos der Grund dafür […] uns Vieles zu verheißen, was uns zu schenken er bereits beschlossen hat: Die Verheißung weckt unseren Eifer, und das Gebet bewirkt, dass wir das verdienen, was wir umsonst bekommen hätten […]

Die Jungfrau hat das verstanden, denn sie hat das Geschenk der ungeschuldeten Verheißung durch das Verdienst ihres Gebetes ergänzt: „Mir geschehe, wie du es gesagt hast! Das Ewige Wort möge mich zu dem machen, was dein Wort heute sagt. Das Wort, das am Anfang bei Gott war (Joh 1,1), möge Fleisch aus meinem Fleisch werden, wie du es gesagt hast. […] Das Wort möge nicht nur meinen Ohren vernehmbar werden, sondern meinen Augen sichtbar, meinen Händen fühlbar und dass ich es in meinen Armen tragen kann. Es soll kein geschriebenes, stummes Wort sein, sondern das Fleisch gewordene, lebendige Wort; nicht wie tote Zeichen auf einem dürren Pergament, sondern ein Wort mit lebendiger Gestalt, meinem Leib lebendig eingeprägt […] ‚Vielfältig und auf vielerlei Weise hat Gott einst zu den Vätern gesprochen durch die Propheten‘ (Hebr 1,1); sein Wort wurde ihnen zuteil, auf dass sie es hören, verkünden oder ausüben […] Was mich betrifft, bitte ich darum, dass dieses Wort in meinen Schoß gelegt wird […] Ich rufe das Wort an, das in mich eingesenkt ist in Stille, Fleisch geworden in einem Menschen, mit meinem Fleisch fleischlich eins geworden […] Lass es in mir geschehen für die ganze Welt.“

Quelle: Archiv der Herz Jesu Franziskaner

Tagesevangelium – 20.12.2017

Aus dem Heiligen Evangelium nach Lukas – Lk 1,26-38

In jener Zeit wurde der Engel Gabriel von Gott in eine Stadt in Galiläa namens Nazaret
zu einer Jungfrau gesandt. Sie war mit einem Mann namens Josef verlobt, der aus dem Haus David stammte. Der Name der Jungfrau war Maria.
Der Engel trat bei ihr ein und sagte: Sei gegrüßt, du Begnadete, der Herr ist mit dir.
Sie erschrak über die Anrede und überlegte, was dieser Gruß zu bedeuten habe.
Da sagte der Engel zu ihr: Fürchte dich nicht, Maria; denn du hast bei Gott Gnade gefunden.
Du wirst ein Kind empfangen, einen Sohn wirst du gebären: dem sollst du den Namen Jesus geben. Er wird groß sein und Sohn des Höchsten genannt werden. Gott, der Herr, wird ihm den Thron seines Vaters David geben.
Er wird über das Haus Jakob in Ewigkeit herrschen, und seine Herrschaft wird kein Ende haben.
Maria sagte zu dem Engel: Wie soll das geschehen, da ich keinen Mann erkenne?
Der Engel antwortete ihr: Der Heilige Geist wird über dich kommen, und die Kraft des Höchsten wird dich überschatten. Deshalb wird auch das Kind heilig und Sohn Gottes genannt werden.
Auch Elisabeth, deine Verwandte, hat noch in ihrem Alter einen Sohn empfangen; obwohl sie als unfruchtbar galt, ist sie jetzt schon im sechsten Monat.
Denn für Gott ist nichts unmöglich.
Da sagte Maria: Ich bin die Magd des Herrn; mir geschehe, wie du es gesagt hast. Danach verließ sie der Engel.

Quelle: Archiv der Herz Jesu Franziskaner

Interview mit Roberto de Mattei

Roberto de Mattei: In der Kirche ist eine völlig neue Situation eingetreten. Erstmals geht die Häresie einem Schisma voraus.

Amoris laetitia: „Es ist eine völlig neue Situation eingetreten“

Die Deutsch-Amerikanerin Maike Hickson veröffentlichte auf OnePeterFive ein Interview mit dem bekannten katholischen Intellektuellen und Historiker Roberto de Mattei zur neue Lage, die in der Kirche entstanden ist, nachdem bekannt wurde, daß Papst Franziskus mit ausdrücklicher Anweisung sein bisher privat gehandeltes Schreiben an die Bischöfe der Kirchenprovinz Buenos Aires in den Acta Apostolicae Sedis (AAS) veröffentlichen ließ.

Das Interview bedarf eines erklärenden Vorspanns, um die Zusammenhänge und ihre Bedeutung zu erkennen. Mit der Veröffentlichung in den AAS ist seine uneingeschränkte Zustimmung zur Interpretation des umstrittenen Achten Kapitels des nachsynodalen Schreiben Amoris laetitia offizieller Teil des päpstlichen Lehramtes geworden. Laut dem Papst, kann es „keine andere Interpretation“ geben, wie er in dem Brief schreibt.

Die „Interpretation“ der Bischöfe von Buenos Aires folgt dem Kurs von Kardinal Kasper und erlaubt wiederverheirateten Geschiedenen den Zugang zu den Sakramenten. Es handelt sich also um eine Interpretation, die der Papst zur Lehre der Kirche erhoben hat, die von namhaften Theologen und Philosophen in den vergangenen 20 Monaten nicht nur wiederholt kritisiert wurde, sondern auch unter Häresie-Verdacht steht.

Von denkbar schlechtem Führungsstil zeugt es, daß Papst Franziskus offensichtlich von Anfang an – das heißt von dem Moment, als er die Doppelsynode über die Familie ankündigte, wenn nicht sogar schon vom ersten Angelus als Papst, bei dem er Kardinal Walter Kasper und dessen Buch „Barmherzigkeit“ lobte –, genau diesen Bruch mit der kirchlichen Praxis und Lehre beabsichtigt hatte, es aber jahrelang dem Kardinalskollegium, den Synodalen von zwei Bischofssynoden und der gesamten gläubigen Welt geheimgehalten hat.

Selbst bis zum heutigen Tag hatte er weder den Mut noch den Anstand, offen zu bekennen, was er hintenrum seit Jahren angestrebt hat. Die Acta Apostolicae Sedis mit dem umstrittenen Brief sind bereits im vergangenen Juni veröffentlicht worden, aber unbeachtet geblieben. Hätte nicht vor wenigen Tagen ein Medium diesen Umstand veröffentlicht, wäre die Änderung von Praxis und Lehre der Kirche noch immer geheim. Von Transparenz keine Spur. Von der Erfüllung der Aufgaben und Pflichten eines Petrus seinen Brüdern gegenüber schon gar nicht.

Zudem wurde bisher von den Kasperianern und Bergoglianern, die in Wirklichkeit immer eins waren, mit Vehemenz bestritten, daß die Lehre geändert werden solle. „Nur“ die pastorale Praxis würde sich ändern. Mit der Veröffentlichung der unmißverständlichen Zustimmung des Papstes zu einer Interpretation von Amoris laetitia in den Acta Apostolicae Sedis geht es nicht nur um die Praxis, sondern auch um die Lehre.

Der damalige Jesuitengeneral Hans-Peter Kolvenbach schrieb 1991 in einer Stellungnahme zur Ernennung von Jorge Mario Bergoglio zum Weihbischof des Erzbistums Buenos Aires, dieser habe einen „hinterlistigen Charakter“. Das von Kolvenbach gebrauchte Wort könnte auch mit „heimtückisch“ übersetzt werden.

Dies ist zu berücksichtigen, wenn man bedenkt, daß Franziskus nicht die Richtlinien irgendwelcher Bischöfe zu Amoris laetitia zur „einzigen authentischen“ Interpretation erklärte, sondern genau jene der Kirchenprovinz Buenos Aires, wo ein von ihm handverlesener und treu ergebener Nachfolger eingesetzt wurde. Deshalb wurde bereits im September 2016, als der Brief bekannt wurde, gemutmaßt, die dortige Richtlinien seien in Wirklichkeit direkt im päpstlichen Umfeld in Rom ausgearbeitet worden.

Bisher hatten die Kardinäle der Dubia um Klärung zweideutiger Stellen in Amoris laetitia gebeten und waren vom Papst einfach ignoriert worden. Nun liegt die Antwort vor und ist die denkbar schlechteste, die sich die Kardinäle erwarten konnten. Auch für sie ergibt sich damit eine neue Situation. Wie werden sie darauf reagieren?

Nun das vollständige Interview der verdienten Maike Hickson mit Professor Roberto de Mattei:

Roberto de Mattei über die Krise der Kirche

Maike Hickson: Viele Katholiken hofften, daß die Kardinäle der Dubia eine öffentliche Zurechtweisung von Papst Franziskus wegen seines nachsynodalen Schreibens Amoris laetitia veröffentlichen. Was sagen sie jenen Gläubigen, die enttäuscht und sogar entmutigt wurden durch das Schweigen der Kirchenfürsten? Mit welchen Worten würden sie ermutigen, ihre Hoffnung und ihren Glauben zu bewahren?

Prof. Roberto de Mattei: Die aktuelle Krise in der Kirche ist nicht erst mit Papst Franziskus entstanden und konzentriert sich nicht allein auf seine Person, sondern reicht bis zum Zweiten Vatikanischen Konzil und noch weiter zurück bis in die Jahre des Modernismus. Heute sind breite Teile des Kardinalskollegiums, des Episkopats und allgemein des Klerus vom Modernismus angesteckt. Die wenigen Kardinäle, Bischöfe und Priester, die standhalten, müssen diese Situation berücksichtigen. Unsere Aufgabe ist es, ihnen zu helfen. Vor allem aber darf man nicht meinen, daß eine einzelne Handlung von einem von ihnen, zum Beispiel die von Kardinal Burke angekündigte Correctio fraterna gegenüber dem Papst, allein schon die Krise lösen könnte. Der sensus fidei empfiehlt den Kardinälen, Bischöfen, Ordensleuten und einfachen Laien, wie sie zu handeln haben. Die Bedeutung der Correctio filialis, die von 250 Gelehrten, Ordensleuten und Laien, unterzeichnet wurde, liegt gerade darin, diesen sensus fidei zum Ausdruck zu bringen. Die Reaktion kann von Land zu Land, von Diözese zu Diözese verschieden sein, aber die Wesensmerkmale sind immer, die Wahrheit zu bekennen und die Irrtümer anzuprangern, sie sich ihr widersetzen.

Maike Hickson: Wie wird sich die Situation aber lösen?

Prof. Roberto de Mattei: Es werden nicht die Menschen sein, die die Kirche retten. Die Situation wird durch einen außergewöhnlichen Eingriff der Gnade erfolgen, der jedoch durch einen aktiven Einsatz der katholischen Gläubigen begleitet werden muß. Angesichts der aktuellen Krise denken einige, daß das einzige, was man machen könne, in Stille und Gebet ein Wunder abzuwarten. Dem ist aber nicht so. Es stimmt, daß wir eines Göttlichen Eingriffs bedürfen, aber die Gnade setzt die Natur voraus, und jeder von uns muß das Maximalste von dem tun, was er nach seinen Möglichkeiten tun kann.

Maike Hickson: Der Brief von 2016, mit dem Papst Franziskus den Bischöfen der Kirchenprovinz Buenos Aires zu ihren Richtlinien [zur Umsetzung von Amoris laetitia] gratulierte, wurde in den Acta Apostolicae Sedis zusammen mit einer Note des Kardinalstaatssekretärs Pietro Parolin veröffentlicht, laut der es der selbst wollte, daß die beiden Dokumente, die Richtlinien und sein Brief, in den Acta veröffentlicht werden.

Prof. Roberto de Mattei: Die Tatsache, daß die Richtlinien dieser argentinischen Bischöfe und die Zustimmung des Papstes in den Acta veröffentlicht wurden, hat offiziell gemacht, daß zu Amoris laetitia „andere Interpretationen nicht möglich sind“ als jene der argentinischen Bischöfe, die wiederverheiratete Geschiedene, die sich objektiv im Stand der Todsünde befinden, zur Kommunion zulassen. Der Brief war privat, aber die Veröffentlichung in den Acta macht aus der Position von Papst Franziskus einen Akt des Lehramtes. Mir scheint, daß das die These von Pater Giovanni Scalese bestätigt, daß wir damit in eine neue Phase des Pontifikats von Papst Franziskus eingetreten sind: der Übergang von der pastoralen Revolution zur offenen Neuformulierung der Glaubenslehre. Die Rede vom 11. Oktober, anläßlich des 25. Jahrestages des neuen Katechismus, scheint eine Neuinterpretation des Katechismus der Katholischen Kirche im Licht von Evangelii gaudium und von Amoris laetitia einzuleiten.

Maike Hickson: In Ihrem jüngsten Aufsatz über den Versuch, Luther wieder in die katholische Kirche zu integrieren, haben Sie geschrieben: „Bald ist jeder Katholik aufgerufen, sich zu entscheiden: zwischen Papst Franziskus und den Jesuiten von heute oder den Jesuiten von gestern und den Päpsten von immer. Es ist eine Zeit der Entscheidung, und gerade die Meditation des heiligen Ignatius über die beiden Banner (Geistliche Übungen, Nr. 137) hilft uns, sie in diesen schwierigen Zeiten zu treffen.“ Könnten Sie unseren Lesern diese Worte erklären, nicht nur was Luther betrifft, sondern auch bezüglich Amoris laetitia?

Prof. Roberto de Mattei: Es gibt Momente in unserem Leben und in der Geschichte der Kirche, in denen man gezwungen ist, zwischen zwei Feldern zu entscheiden, wie der heilige Augustinus sagt: ohne Zweideutigkeiten und ohne Kompromisse. Unter diesem Aspekt führt die jüngste Veröffentlichung in den Actades Briefes von Papst Franziskus an die Bischöfe von Buenos Aires die beiden Positionen auf zwei sich frontal gegenüberstehende Gegensätze. Die Linie jener Kardinäle, Bischöfe und Theologen, die eine Interpretation von Amoris laetitia in Kontinuität mit Familiaris consortio Nr. 84 und anderer Dokumente des Lehramtes für möglich halten, wurde pulverisiert. Amoris laetitia ist ein Dokument, das nur zwei Möglichkeiten zuläßt: entweder es wird in toto akzeptiert oder abgelehnt. Eine dritte Position gibt es nicht, und dem Einfügen des Briefes von Papst Franziskus an die argentinischen Bischöfe in die Acta kommt das Verdienst zu, dies klargestellt zu haben.

Maike Hickson: Manche bestreiten, daß die Veröffentlichung des Briefes an die argentinischen Bischöfe ein Akt des Lehramtes sei, weil es eine irrige, wenn nicht sogar häretische Position vertritt…

Prof. Roberto de Mattei: Wer das denkt, geht meines Erachtens von einer falschen Voraussetzung aus: daß das päpstliche Lehramt niemals irren kann. In Wirklichkeit ist dem Lehramt nur unter bestimmten Bedingungen eine Garantie der Irrtumslosigkeit vorbehalten, die von der Konstitution Pastor aeternus des Ersten Vatikanischen Konzils mit großer Klarheit benannt werden. Das Vorhandensein von Fehlern in nicht unfehlbaren Dokumenten des päpstlichen Lehramtes ist möglich, vor allem in Zeiten großer Krisen. Es kann einen authentischen und feierlichen, aber irrigen Akt des Lehramtes geben. Das gilt meines Erachtens zum Beispiel für die Konzilserklärung Dignitatis Humanae, die trotz ihres pastoralen Charakters zweifellos ein lehramtlicher Akt ist und ebenso sicher widerspricht sie, jedenfalls auf indirekte und implizite Weise, der kirchlichen Lehre über die Religionsfreiheit.

Maike Hickson: Sehen Sie ein formales Schisma näherrücken, und wie könnte ein solches praktisch erfolgen? Wer betreibt ein solches Schismas, und was würde es für die einfachen Gläubigen bedeuten?

Prof. Roberto de Mattei: Das Schisma ist eine Spaltung innerhalb der Kirche, wie es in Europa für 40 Jahre zwischen 1378 und 1417 der Fall war, wo es so schien, als könne man nicht mit absoluter Sicherheit sagen, wo sich die rechtmäßige Autorität der Kirche befindet. Dieser Bruch, der als Großes Abendländisches Schisma bekannt wurde, kannte keine Häresie. Generell aber folgt auf das Schisma die Häresie, wie es unter Heinrich VIII. in England der Fall war.
Heute befinden wir uns in einer völlig neuen Situation, in der die Häresie, die schwerer wiegt als ein Schisma, diesem vorausgeht und nicht hinterher. Es gibt noch kein formales Schisma, aber es gibt die Häresie in der Kirche. Es sind die Häretiker, die das Schisma der Kirche vorantreiben, gewiß nicht die gläubigen Katholiken. Und die gläubigen Katholiken, die sich von der Häresie trennen wollen, können auch sicher nicht als Schismatiker bezeichnet werden.

Maike Hickson: Es scheint, Sie wollen sagen, daß der Papst das Schisma und die Häresie in der Kirche fördert. Was wären die Konsequenzen dieser schwerwiegenden Situation? Würde der Papst damit nicht sein Pontifikat verlieren?

Prof. Roberto de Mattei: Ein so wichtiges und komplexes Problem kann man nicht in wenigen Worten zusammenfassen. Zu dieser Frage ist eine theologische Diskussion notwendig. Ich verweise auf das Buch von Robert J. Siscoe und John Salza „True or False Pope“ (Wahrer oder falscher Papst), auf die Schriften von Abbé Jean-Michel Gleize im Courrier de Rome und vor allem auf die Studie von Arnaldo Xavier da Silveira „Hipótese teológica de um Papa Hereg“ (Theologische Hypothese eines häretischen Papstes), für deren italienische Ausgabe ich 2016 als Herausgeber fungierte, und von der demnächst eine englische Ausgabe erscheinen wird. Der Autor, dessen Grundthese ich teile, entfaltet darin die These der mittelalterlichen Dekretisten, des heiligen Robert Bellarmin und moderner Theologen wie Pietro Ballerini, laut der – obwohl es an der Wurzel eine Unvereinbarkeit zwischen Häresie und päpstlicher Jurisdiktion gibt – der Papst sein Amt nicht verliert, solange seine Häresie nicht für die ganze Kirche sichtbar wird.

Maike Hickson: Welche Vorschau und Ermutigung geben Sie unseren Lesern am Ende des 100. Jahres nach den Marienerscheinungen von Fatima?

Prof. Roberto de Mattei: Die Entmutigung ist kein Gefühl, das sich ein kämpfender Katholik erlauben kann. Man muß kämpfen, indem man die Waffen der Logik gebraucht, über die jeder Gläubige verfügt, und indem man auf die unbesiegbare Hilfe der Gnade zurückgreift. Unser Herr hat verheißen, an jedem Tag bis zum Ende der Welt bei uns zu sein (Mt 28,20). Was könnten wir mehr wollen?

Quelle: katholisches.info Bild: Screens.

Vorbestrafter Ex-Geistlicher

Die Staatsanwaltschaft im bayerischen Deggendorf hält den 53-jährigen früheren Priester für gemeingefährlich. Ab Montag wird ihm der Prozess wegen schweren sexuellen Missbrauchs gemacht.

Nicht zum ersten Mal. Der katholische Ex-Pfarrer saß bereits mehrere Jahre wegen des gleichen Delikts hinter Gittern. Im aktuellen Verfahren wird ihm der Missbrauch von fünf Buben in mindestens 100 Fällen vorgeworfen. Eine Vielzahl der verhandelten Fälle ereignete sich in Polen, Italien, Österreich, der Schweiz und in Deutschland.

Der 53-Jährige ist außerdem wegen der versuchten Vergewaltigung einer 18-Jährigen angeklagt. Außerdem werden ihm Urkundenfälschung, Betrug und Titelmissbrauch vorgeworfen. Durch Letzteres soll er sich mindestens 100.000 Euro erschlichen haben.

Die Staatsanwaltschaft geht bei dem Angeklagten von einer pädophilen Störung und davon aus, dass von ihm weitere Sexualstraftaten zu erwarten sind.

Deshalb wird das Gericht darüber zu entscheiden haben, ob der Ex-Geistliche dauerhaft (oder für immer) in einer psychiatrischen Einrichtung untergebracht wird. In der Psychiatrie sitzt er jetzt schon ein.

Quelle: oe24 Bild:  (c) Getty, Screens.

Hl. Pater Pio – 19.12.2017

Worte des hl. Pater Pio – 19.12.2017

Deine Anmut und Zartheit erobern mein Herz, und es ist ganz ergriffen von Deiner Liebe, oh göttliches Kind. Mach, dass meine Seele bei der Berührung durch Dein Feuer vor Liebe dahinschmelzen möge und Dein Feuer mich verzehre, mich verbrenne, mich hier zu Deinen Füßen zu Asche werden lasse und dass es immer so bleibe und ich Deine Liebe und Güte lobpreisen möge.

Quelle: Worte des hl. P. Pio, CFM.SCJ Archiv Kairo

Texte vom 19.12. in der Adventszeit

Kommentar zum heutigen Evangelium 
Origenes (um 185-253), Priester und Theologe
Homilien zum Evangelium nach Lukas, Nr. 3; SC 87

Groß in den Augen des Herrn

Zacharias war beim Anblick des Engels verschreckt. Wenn eine unbekannte Gestalt in das Blickfeld eines Menschen tritt, trübt sie den Verstand und erschreckt das Herz. Der Engel, der um die menschliche Natur weiß, beruhigt ihn zunächst mit den Worten: „Fürchte dich nicht, Zacharias“. Er richtet den Verstörten wieder auf und erfüllt ihn mit Freude durch die Botschaft: „Dein Gebet ist erhört worden. Deine Frau Elisabet wird dir einen Sohn gebären: dem sollst du den Namen Johannes geben. Große Freude wird dich erfüllen“ […] Noch heute ist die Geburt des Johannes für alle Welt die Ankündigung einer frohen Botschaft. Und wer […] Kinder hat und diese Verantwortung auf sich nehmen will, soll Gott darum bitten, dass sein Kind auf ähnliche Weise in die Welt eintreten kann. Und diese Geburt wird auch ihm eine große Freude bereiten.

Von Johannes heißt es: „Er wird groß sein vor dem Herrn“. Diese Worte offenbaren die Seelengröße des Johannes, eine Größe in den Augen Gottes. Aber es gibt da in der Seele auch eine bestimmte Kleinheit. So wenigsten verstehe ich die folgende Stelle des Evangeliums: „Hütet euch davor, einen von diesen Kleinen zu verachten!“ (Mt 18,10) […] Man verlangt von mir nicht, den Großen nicht zu verachten, denn wer groß ist, den kann man nicht verachten; sondern es wird mir gesagt: „Hütet euch davor, einen von diesen Kleinen zu verachten“ […] Das Wort „Klein“ steht nicht unbeabsichtigt da.

Quelle: Archiv der Herz Jesu Franziskaner

Tagesevangelium – 19.12.2017

Aus dem Heiligen Evangelium nach Lukas – Lk 1,5-25

Zur Zeit des Herodes, des Königs von Judäa, lebte ein Priester namens Zacharias, der zur Priesterklasse Abija gehörte. Seine Frau stammte aus dem Geschlecht Aarons; sie hieß Elisabeth. Beide lebten so, wie es in den Augen Gottes recht ist, und hielten sich in allem streng an die Gebote und Vorschriften des Herrn. Sie hatten keine Kinder, denn Elisabeth war unfruchtbar, und beide waren schon in vorgerücktem Alter. Eines Tages, als seine Priesterklasse wieder an der Reihe war und er beim Gottesdienst mitzuwirken hatte, wurde, wie nach der Priesterordnung üblich, das Los geworfen, und Zacharias fiel die Aufgabe zu, im Tempel des Herrn das Rauchopfer darzubringen. Während er nun zur festgelegten Zeit das Opfer darbrachte, stand das ganze Volk draußen und betete.
Da erschien dem Zacharias ein Engel des Herrn; er stand auf der rechten Seite des Rauchopferaltars. Als Zacharias ihn sah, erschrak er, und es befiel ihn Furcht.
Der Engel aber sagte zu ihm: Fürchte dich nicht, Zacharias! Dein Gebet ist erhört worden. Deine Frau Elisabeth wird dir einen Sohn gebären; dem sollst du den Namen Johannes geben.
Große Freude wird dich erfüllen, und auch viele andere werden sich über seine Geburt freuen.
Denn er wird groß sein vor dem Herrn. Wein und andere berauschende Getränke wird er nicht trinken, und schon im Mutterleib wird er vom Heiligen Geist erfüllt sein. Viele Israeliten wird er zum Herrn, ihrem Gott, bekehren. Er wird mit dem Geist und mit der Kraft des Elija dem Herrn vorangehen, um das Herz der Väter wieder den Kindern zuzuwenden und die Ungehorsamen zur Gerechtigkeit zu führen und so das Volk für den Herrn bereit zu machen.
Zacharias sagte zu dem Engel: Woran soll ich erkennen, dass das wahr ist? Ich bin ein alter Mann, und auch meine Frau ist in vorgerücktem Alter. Der Engel erwiderte ihm: Ich bin Gabriel, der vor Gott steht, und ich bin gesandt worden, um mit dir zu reden und dir diese frohe Botschaft zu bringen. Aber weil du meinen Worten nicht geglaubt hast, die in Erfüllung gehen, wenn die Zeit dafür da ist, sollst du stumm sein und nicht mehr reden können, bis zu dem Tag, an dem all das eintrifft. Inzwischen wartete das Volk auf Zacharias und wunderte sich, dass er so lange im Tempel blieb. Als er dann herauskam, konnte er nicht mit ihnen sprechen. Da merkten sie, dass er im Tempel eine Erscheinung gehabt hatte. Er gab ihnen nur Zeichen mit der Hand und blieb stumm.
Als die Tage seines Dienstes (im Tempel) zu Ende waren, kehrte er nach Hause zurück.
Bald darauf empfing seine Frau Elisabeth einen Sohn und lebte fünf Monate lang zurückgezogen. Sie sagte: Der Herr hat mir geholfen; er hat in diesen Tagen gnädig auf mich geschaut und mich von der Schande befreit, mit der ich in den Augen der Menschen beladen war.

Quelle: Archiv der Herz Jesu Franziskaner

Hl. Pater Pio – 18.12.2017

Worte des hl. Pater Pio – 18.12.2017

Alle Feste der Kirche sind schön… Ostern, ja, das ist die Verherrlichung des Herrn… aber Weihnachten, das ist so stimmungsvoll, so voller Zärtlichkeit und kindlicher Freude, dass mein Herz ganz davon ergriffen ist.

Quelle: Worte des hl. P. Pio, CFM.SCJ Archiv Kairo

Texte vom 18.12. in der Adventszeit

Kommentar zum heutigen Evangelium 
Hl. Beda Venerabilis (um 673-735), Mönch und Kirchenlehrer
5. Homilie; CCL 122,36

„Ihm sollst du den Namen Jesus geben“

Im Hebräischen bedeutet der Name „Jesus“ so viel wie „Heil“ oder „Retter“, ein Name, der für Propheten als feststehende Berufung galt. So kam es zu Worten, die in großer Sehnsucht nach seinem Anblick gesungen wurden: „Mein Herz soll über deine Hilfe frohlocken, meine Seele wird jubeln über den Herrn, nach deiner Hilfe sehnt sich meine Seele“ (vgl. Ps 13,6; 35,9; 119,81). „Ich will jubeln über den Herrn und mich freuen über Gott, meinen Retter“ (vgl. Hab 3,18). Und vor allem: „O Gott! durch deinen Namen errette mich“ (Ps 53(54),3 (Vulg.)). Es ist so, als ob gesagt würde: Du, der du dich Retter nennst, rette mich und offenbare so den Ruhm deines Namens. Demnach ist der Name des Sohnes, der aus der Jungfrau geboren wurde, Jesus, wie der Engel erklärt hatte: „Er wird sein Volk von seinen Sünden erlösen“ […]

Das Wort „Christus“ nun bezeichnet priesterliche oder königliche Würde. Priester und König waren ja „gesalbt“, d.h. mit heiligem Öl gesalbt; damit waren sie Zeichen dessen, der bei seinem Erscheinen in der Welt als wahrer König und Hoherpriester mit dem Öl der Freude gesalbt wurde wie keiner seiner Gefährten (Ps 45,8). Aufgrund dieser Salbung wird er Christus genannt, und wer an eben dieser Salbung teilhat, an der Salbung der Gnade des Geistes, wird Christ genannt. Möge der Herr um seines Namens, des Retters, willen uns von unseren Sünden erlösen! Möge er durch seine Salbung zum Hohenpriester uns mit Gott dem Vater versöhnen, durch seine Salbung zum König uns das ewige Königreich seines Vaters schenken!

Quelle: Archiv der Herz Jesu Franziskaner