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Das Herz Jesu wird herrschen

Bereits im Mittelalter findet sich eine ausgeprägte Herz-Jesu-Verehrung bei Anselm von Canterbury, Bernhard von Clairvaux, Albertus Magnus, Franz von Assisi (Vision von San Damiano) und Bonaventura. Die erste Votivmesse vom heiligsten Herzen Jesu feierte der Hl. Johannes Eudes (er wird „Lehrer und Apostel der liturgischen Verehrung des Herzens Jesu“ genannt)  im Jahr 1672.

Die Verbreitung der Herz-Jesu-Verehrung ist vor allem den Jesuiten zu verdanken, die sich ausgehend von Margareta Maria Alacoque und deren Beichtvater Claude de la Colombière SJ dieser Frömmigkeitsform annahmen. Die Jesuiten verbreiteten die Herz-Jesu-Verehrung besonders durch von ihnen geleitete Volksmissionen.

Am dritten Freitag nach Pfingsten, dem Freitag nach der früheren Oktav von Fronleichnam ist das Hochfest Heiligstes Herz Jesu, das Papst Pius IX. 1856 für die ganze Kirche einführte. Außerdem ist der erste Freitag jedes Monats Herz-Jesu-Freitag. Er ist ein bevorzugter Tag für die Spendung der Krankenkommunion und die Aussetzung des Allerheiligsten mit Spendung des sakramentalen Segens. Das Messbuch enthält neben den Festmessen Votivmessen zum Heiligsten Herzen Jesu.

1899 weihte Papst Leo XIII. die ganze Welt dem Herzen Jesu und gab in der Enzyklika Annum Sacrum seine Beweggründe dafür an. 1928 veröffentlichte Papst Pius XI. seine Enzyklika Miserentissimus redemptor und schrieb „über die Wiedergutmachung gegenüber dem Heiligsten Herzen Jesu“. Zur Hundertjahrfeier der Einführung des Gedenktages (1856) veröffentlichte Papst Pius XII. am 13. Mai 1956 die Enzyklika Haurietis aquas („Ihr werdet Wasser schöpfen“).

Durch Papst Johannes Paul II. wurde der kirchliche Akzent verstärkt auf die Barmherzigkeit Gottes gesetzt. Im Katechismus der Katholischen Kirche wird die Herz-Jesu-Verehrung auf christozentrischem Fundament zusammengefasst und neu empfohlen. Papst Benedikt XVI. hat in seiner ersten Enzyklika Deus Caritas est ausdrücklich auf das durchbohrte Herz Jesu Bezug genommen und zu einer Erneuerung der Herz-Jesu-Frömmigkeit im Herz-Jesu-Monat Juni aufgerufen.

Für eine ganze Reihe von Ordensgemeinschaften ist die Herz-Jesu-Verehrung ein zentrales Element ihrer Spiritualität (Comboni Missionare vom Herzen Jesu, die Gemeinschaft der Herz-Jesu-Priester, die Kongregation der Herz-Jesu-Franziskaner, die Kongregation von den Heiligsten Herzen Jesu und Mariens und der ewigen Anbetung des Allerheiligsten Altarsakramentes, und viele mehr). So wirken beispielsweise die Herz-Jesu-Missionare in über 50 Ländern auf allen Kontinenten. Ihre zentrale Leitung, das Generalat, ist in Rom, der Gründungsort ist Issoudun bei Bourges in Frankreich, ein bekannter Wallfahrtsort und weltweites Fortbildungszentrum der MSC.

Die Herz-Jesu-Missionare der süddeutsch-österreichischen Provinz mit ihrem Zentrum in Salzburg führen Schulen, Heime, Internate, Häuser der Besinnung, Pfarreien und arbeiten in der Mission im Kongo und in Brasilien. Ein besonders renommiertes Haus der Herz-Jesu-Missionare ist das Internat Heiliges Kreuz in Donauwörth, das zusammen mit seiner Knabenrealschule jedes Schuljahr Schüler aus ganz Deutschland anlockt.

Quelle: Archiv der Kongregation der Herz Jesu Franziskaner

[Update] Franziskaner der Immakulata

Von Giuseppe N.

Erzbischof Argüelles, der im Gefolge des Motu proprio Summorum Pontificum auch in der überlieferten Form des Römischen Ritus zelebrierte, war noch in einem anderen Punkt in Rom „negativ“ aufgefallen. Im Juli 2013 wurde der traditionsverbundene junge Orden der Franziskaner der Immakulata von der Ordenskongregation mit Zustimmung von Papst Franziskus unter kommissarische Verwaltung gestellt. Ein Grund für diese Zwangsmaßnahme wurde bis heute nicht genannt. Wegen des direkten Angriffes gegen das Ordenscharisma, die Tradition und den überlieferten Ritus versuchten Ordensangehörige nach Auswegen aus der Zwangslage zu suchen. Erwogen wurde unter anderem die Neugründung als altritueller Orden, der nicht mehr der Ordenskongregation, sondern der Päpstlichen Kommission Ecclesia Dei unterstellt wäre. Der Vatikan lehnte jedoch ab und verbot den Ordensangehörigen den Orden zu verlassen.

Auch auf den Philippinen wurden insgesamt sechs Priester des Ordens suspendiert, weil sie eine Neugründung des Ordens versuchten. Am 28. Juni 2014 war in der Erzdiözese Lipa die Anerkennung einer öffentlichen Vereinigung von Gläubigen erfolgt, wie damals Riposte Catholique berichtete. Die Anerkennung wurde als Vorstufe zu einem Neugründungsversuch des geschundenen Ordens der Franziskaner der Immakulata gesehen. Dementsprechend scharf reagierte der Apostolische Kommissar, P. Fidenzio Volpi, und suspendierte die daran beteiligten Ordenspriester. Als die Sache publik wurde, gab der Kommissar eine öffentliche Erklärung ab, die in einem spöttischen Ton von „ultra-traditionalistischen“ Kreisen sprach, aber zu den angeblichen „Verfehlungen“ der Priester, die ihre Suspendierung rechtfertigen würde, nur vage blieb.

Erzbischof Argüelles erteilte den fünf philippinischen Franziskanern der Immakulata, die suspendiert worden waren, das Celebret in seinem Erzbistum. Damit machte er sich in bestimmten römischen Kreisen keineswegs beliebt. Kurz nach dem Vorfall auf den Philippinen drohte Kommissar Volpi den italienischen Bischöfen, falls sie Franziskaner der Immakulata in ihren Bistümern aufnehmen sollten. Zugleich behauptete der Kommissar allen Ernstes, die Franziskaner der Immakulata wollten Papst Franziskus „stürzen“.

Das vorzeitige Ende seiner Amtszeit wird auf den Philippinen im Zusammenhang mit seiner Haltung zu den Ereignissen von Lipa gesehen. Ein Zusammenhang mit den Franziskanern der Immakulata ist nicht ausgeschlossen. Der Erzbischof hatte sich in Rom nicht beliebt gemacht.

Laut Berichten von Messa in Latino habe Erzbischof Argüelles aus dem Internet von seiner Absetzung erfahren. Von einem Rücktrittsgesuch, das vom Papst „angenommen wurde“, wäre dann keine Rede. Im Tagesbulletin gilt eine feste Sprachregelung, die nichts über die Hintergründe aussagt. Erzbischof Argüelles hätte damit den „barmherzigen“ Arm von Papst Franziskus zu spüren bekommen wie 2014 Bischof Rogelio Livieres von Ciudad del Este in Paraguay. Unter einem Vorwand war Msgr. Livieres nach Rom gelockt worden, wo ihn Papst Franziskus vor verschlossenen Türen warten ließ, während zu Hause die Schlösser der bischöflichen Residenz ausgetauscht wurden. Trotz aller Insistenz des Bischofs weigerte sich Franziskus, den von ihm abgesetzten Bischof, zu empfangen und anzuhören. Bischof Livieres wurden weder „Dialog“ noch „Barmherzigkeit“ zuteil. Die „Schuld“ von Bischof Livieres bestand darin, zu traditionsverbunden und mit seinem Priesterseminar, das fast dreimal soviel Seminaristen zählte als alle anderen Diözesen des Landes zusammen, zu erfolgreich gewesen zu sein. Er war zum „Störenfried“ in einer latent befreiungstheologisch ausgerichteten Bischofskonferenz geworden.

Über der Emeritierung von Erzbischof Argüelles scheint auch ein Schatten zu liegen.

Quelle: katholisches.info

 

Psalm 23 Der Herr ist mein Hirte

  1
Der Herr ist mein Hirte,
mir wird nichts mangeln.
  2
Er weidet mich auf einer grünen Aue
und führet mich zum frischen Wasser.
  3
Er erquicket meine Seele.
Er führet mich auf rechter Straße
um seines Namens willen.
  4
Und ob ich schon wanderte im finstern Tal,
fürchte ich kein Unglück;
denn du bist bei mir,
dein Stecken und Stab trösten mich.
  5
Du bereitest vor mir einen Tisch im Angesicht meiner Feinde.
Du salbest mein Haupt mit Öl und schenkest mir voll ein.
  6
Gutes und Barmherzigkeit werden mir folgen mein Leben lang,
und ich werde bleiben im Hause des Herrn immerdar.

„Im Namen Allahs habe ich ihn erschossen“

Don Andrea Santoro erlitt 2006 das Martyrium. 2017 scheinen sich selbst katholische Medien zu schämen, dass er bekehren und taufen wollte.

„Im Namen Allahs habe ich ihn erschossen“ – Der ‚politisch korrekte‘ Verrat am Martyrium von Don Andrea Santoro“

Von Giuseppe N.

(Rom/Ankara) Am 5. Februar 2006 wurde in Trapezunt der katholische Priester Andrea Santoro von einem türkischen Islamisten unter Allahu Akbar-Rufen ermordet. Don Santoro wurde 1970 zum Priester geweiht und war in der Pfarrseelsorge tätig. Er absolvierte dann ein Diplomstudium am Päpstlichen Institut für Arabische und Islamische Studien und näherte sich der Spiritualität des seligen Charles de Foucauld an. Schließlich ging er 2000 als „donum fidei“ für das Apostolische Vikariat in die Türkei.

Am 5. Februar betraten drei junge Türken die Kirche von Don Santoro, es kommt zu einem Wortwechsel. Sie verlassen die Kirche. Don Santoro betete darauf mit seinem anwesenden türkischen Assistenten, einem jungen Christen. Da betrat jemand die Kirche, bewaffnet mit einer Pistole, und tötete Don Santoro unter lautem Allahu Akbar-Ruf mit zwei Schüssen.

„Im Namen Allahs“

Wie sich später herausstellte handelte es sich beim Mörder um den erst 16 Jahre alten Muslim Oguzhan Akdin. Er gestand stolz seine Tat. Vor Gericht erklärte er, „im Namen Allahs“ gehandelt zu haben und seine Bluttat seinem „Volk und seinem Land“ zum „Geschenk“ zu machen. Die Pistole, mit der er Santoro tötete, stammte aus US-Beständen für die Irakische Armee.

Akdin wurde zu fast 20 Jahren Gefängnis verurteilt. Im vergangenen August wurde er nach zehn Jahren Haft entlassen. „Die Hälfte wurde ihm nachgelassen, und die türkischen Gefängnisse sind heute vielleicht nicht mehr jene der 70er Jahre, wie sie 1978 im mit zwei Oscars ausgezeichneten Spielfilm Midnight Express von Alan Parker gezeigt wurden, als die Türkei noch laizistisch war, und als NATO-Mitgliedsland die Mauer zum Ostblock bildete“, so Nuova Bussola Quotidiana.

Anfang des 21. Jahrhunderts gleitet die Türkei immer mehr zu einem islamischen Staatswesen ab. Oguzhan Akdin wurde eine Vorzugsbehandlung zu Teil, wie sie offenbar einem „Helden des Islam“ zusteht. „Inzwischen ist er 26 Jahre alt und wird, darauf wette ich, Karriere machen“, so Rino Cammilleri.

„Er wollte junge Muslime taufen. Das habe ich verhindert“

Kaum entlassen, gab Akdin der Trapezunter Tageszeitung Karadeniz ein Interview. Er schilderte noch einmal seine Tat. An jenem 5. Februar 2006 habe er Don Santoro hingerichtet, weil dieser „junge Muslime taufen wollte“. Das habe er, Akdin, verhindert. Im Wortwechsel, als Akdin mit zwei anderen jungen Türken den Priester vor der Tat zur Rede stellen wollte, habe Don Santoro zudem gesagt, daß „sich eines Tages alle Türken taufen lassen werden“. Das sei zuviel gewesen.

Akdin „bestrafte“ den Priester. Dabei rief er Allahu akbar und „Der Islam ist die einzige wahre Religion“.

Erstaunlicherweise empörten sich italienische Medien über die Darstellung Akdin. Die politische Korrektheit läßt selbst katholische Medien an der Version des Täters zweifeln. Warum? Weil er Don Santoro missionarischen Eifer unterstellt, der es gewagt haben soll, Muslime bekehren und taufen zu wollen. Dieser „Proselytismus“ scheint aber in Zeiten des absoluten “Dialogs“ etwas vom Schlimmsten zu sein, was man verbrechen könnte.

Dementsprechend kann und darf die Behauptung von Akdin laut einigen offiziellen katholischen Medien nicht stimmen, denn ein katholischer Priester des 21. Jahrhunderts könne nie und nimmer jemanden bekehren wollen. Die italienische Redaktion der Presseagentur Zenit unterstellt Akdin, selbst nach zehn Jahren noch das Ansehen des Priesters beschmutzen zu wollen. Seine Behauptungen seien eine „Beleidigung“ des Andenkens von Don Santoro. Sie widerspreche dessen „Erbe“, denn „Proselytismus“ sei seinem Geist völlig „fremd“ gewesen.

Der Verrat am Martyrium von Don Santoro

Dabei hat noch niemand, auch nicht Papst Franziskus, plausibel erklärt, worin genau der Unterschied zwischen missionarisch, apostolisch, Proselytenmacherei und „Proselytismus“ liegt, der so verwerflich sein soll.

Die permanente Verurteilung des „Proselytismus“ durch Papst Franziskus, der dem Atheisten Eugenio Scalfari versicherte, ihn „nicht bekehren“ zu wollen, der mehrfach erklärte, daß es „nicht wichtig“ sei, welcher Konfession oder Religion jemand angehöre, Hauptsache er sei zum „Dialog“ bereit, der vor einem Jahr diesen Synkretismus im ersten „Video vom Papst“ zur Schau trug, denn alle Menschen seien „Kinder Gottes“, trägt offenbar ihre konsequenten Früchte. So ist es 2017 eine „Beleidigung“ für einen katholischen Priester, wenn ihm nach einem Tod nachgesagt wird, er habe Menschen bekehren und taufen wollen.

Das ist politisch korrekter Verrat am Martyrium von Don Santoro.

Wenn der Neologismus „Proselytismus“ schon negativ definiert werden will, dann kann damit nur die Haltung eines Oguzhan Adkin gemeint sein, dessen Alternativen mit vorgehaltener Pistole nur lauten: entweder du bekehrst dich, oder du wirst erschossen; wenn du es wagst, mein Bekenntnis zu diskutieren, wirst du erschossen …

Wenn das der von Papst Franziskus verabscheute „Proselytismus“ ist, dann sollte er es auch deutlich sagen, und wir werden ihm dabei beipflichten.

Das christliche Trapezunt

Am Rande, aber doch, soll daran erinnert werden, daß Trapezunt, die Stadt am Schwarzen Meer, in der Don Santoro bis zu seinem Martyrium als Priester wirkte, vor nicht langer Zeit ein christliches Zentrum war. Die Stadt wurde erst 1461, acht Jahre nach Konstantinopel, von den Osmanen erobert. Es änderten sich zwar die Herrschaftsverhältnis und die führenden christlichen Familien wurden beseitigt oder umgesiedelt, aber kaum etwas an der Bevölkerungsstruktur. Steuerlisten von 1523 zeigen, daß noch immer 85 Prozent der Einwohner Christen waren, vor allem Griechen, aber auch Armenier.

Ende des 17. Jahrhunderts drängten die muslimischen Türken auf Übertritt zum Islam und hatten durch politischen und wirtschaftlichen Druck einigen Erfolg. Unter den islamisierten Griechen legte jedoch ein starkes Geheimchristentum weiter. Sie sprachen in der Öffentlichkeit türkisch, in der Familie griechisch. Meist hatten sie zwei Namen. Während sie untertags Mehmet, Salih und Selim hießen, trafen sie sich abends an verborgenen Orten zum christlichen Gebet und hießen nun Petrus, Stephanus und Markus. Orthodoxe Priester, die Papas, zelebrierten in Höhlen und Hütten die Heilige Messe. Manche dieser Papas waren am Tag als Mullahs und Imame tätig, wie es in einem Reisebericht von 1870 heißt.

Um 1900 waren noch mehr als ein Drittel der Einwohner Trapezunts Christen. Die Stadt war Sitz eines griechisch-orthodoxen Bischofs. Neben 40 Moscheen, die meisten waren ehemalige Kirchen, gab es auch 22 Kirchen. Durch den Völkermord an den Armeniern und die Vertreibung der Griechen wurde 1914-1922 das Christentum Trapezunts von den Türken faktisch ausgelöscht.

Unter Erdogan wurde die Hagia Sophia von Trapezunt 2012 wieder zur Moschee. Die prächtige Basilika wurde in ihrer heutigen Form um 1250 anstelle eines älteren Vorgängerbaues aus dem 4.-6. Jahrhundert als eine der Hauptkirchen des neuen christlichen Kaiserreiches Trapezunt  errichtet. 1511 wurde sie von den Muslimen entweiht und 1584 in eine Moschee umgewandelt. In den 50er Jahren des 20. Jahrhunderts wurde im Geist Atatürks ein Museum daraus. In dieser Zeit wurden auch die übertünchten christlichen Fresken wieder freigelegt.

Quelle: katholisches.info

Kardinal Raymond Burke widerspricht Kardinal Gerhard Müller

Kardinal Burke: „Ich fürchte nicht die Aberkennung der Kardinalswürde, sondern wie ich einst vor Unserem Herrn stehen werde“

(Rom) Kardinal Raymond Burke widerspricht Kardinal Gerhard Müller, der in einem Fernsehinterview am vergangenen Sonntag eine „brüderliche Zurechtweisung“ in „weiter Ferne“ sah. Wenn Papst Franziskus nicht auf die Fragen der Kardinäle zu Amoris laetitia antworte, werde es zu einer „brüderlichen Zurechtweisung“ kommen, so der Kardinalpatron des Souveränen Malteserordens.

Das umstrittene nachsynodale Schreiben Amoris laetitia sei „klar“, und er als Glaubenspräfekt könne darin keinen Widerspruch zur Lehre der Kirche erkennen, die in diesem Punkt „klar und eindeutig ist“. Er sehe derzeit „keine Gefahr“ für den Glauben der Kirche, die eine „brüderliche Zurechtweisung“ rechtfertigen könnte. So hatte sich Kardinal Müller am vergangenen Sonntag in einem Interview mit TGcom24 geäußert.

Antwort auf Kardinal Müller

Müller attestierte zugleich den vier Unterzeichnern der Dubia (Zweifel) zu Amoris laetitia, ein „legitimes“ Recht ausgeübt zu haben, kritisierte aber, daß sie ihre Zweifel öffentlich machten. Dies, und eine öffentliche Diskussion über eine „brüderliche Zurechtweisung“, schade der Kirche.

Kardinal Burke ist einer der vier Unterzeichner der Dubia. Er war es auch, der die Möglichkeit und Notwendigkeit einer „brüderlichen Zurechtweisung“ des Papstes durch die Kardinäle in den Raum stellte, sollte das Kirchenoberhaupt sich weiterhin weigern, zum Ehesakrament und dem Kommunionempfang öffentlich die kirchliche Lehre zu vertreten und damit alle Zweideutigkeiten zu beseitigen. Der Kardinalpatron des Malteserordens ging vor Weihnachten soweit, einen Zeitplan für eine „brüderliche Zurechtweisung“ zu empfehlen. Dabei nannte er die Zeit nach Dreikönig.

Die Wortmeldung von Glaubenspräfekt Müller ist auch in diesem chronologischen Kontext zu sehen. Er meldete sich nach Ablauf der von Burke genannten Frist als Erster zu Wort, offenbar auch im Bestreben eine Zuspitzung abzuwenden.

Für Irritationen sorgte jedoch seine Aussage, Amoris laetitia sei „klar“. Der Glaubenspräfekt hatte sich zwar öffentlich nie gegen das nachsynodale Schreiben gestellt, sondern eine Interpretation im Licht der Tradition durchzusetzen versucht. Doch bereits am Vorabend der Veröffentlichung des nachsynodalen Schreibens war bekanntgeworden, daß Müller und die Glaubenskongregation größte Bedenken gegen bestimmte Formulierungen, besonders das Kapitel VIII haben, die inhaltlich weitgehend deckungsgleich mit den formulierten Dubia der vier Kardinäle sind. Von den 20 Seiten an teils dringenden Korrekturvorschlägen übernahm Papst Franziskus jedoch nichts. Diese Brüskierung der fachlich zuständigen Behörde entspricht einer systematischen Isolierung der Glaubenskongregation durch den amtierenden Papst. Edward Pentin vom National Catholic Register schrieb daher, daß Müller im TGcom24-Interview „das genaue Gegenteil“ von dem sagte, was er bisher vertreten hatte. Pentin äußerte den „Eindruck“, der Kardinal habe nicht seine Meinung geäußert, sondern wiedergegeben, was von ihm verlangt worden sei.

Remnant-Interview von Kardinal Burke

In einem Interview mit der US-Zeitschrift The Remnant reagierte Kardinal Burke auf die jüngsten Müller-Aussagen und bekräftigte: Sollte Papst Franziskus nicht auf die in den Dubia formulierten fünf Fragen der Kardinäle antworten, werde es zur „brüderlichen Zurechtweisung“ kommen.

Der US-Kardinal sagte zudem, daß er nicht eine Aberkennung der Kardinalswürde fürchte, sondern das Urteil Gottes. Der Dekan der Rota Romana, Pio Vito Pinto, hatte eine Bestrafung der vier Unterzeichner der Dubia durch Aberkennung der Kardinalswürde in den Raum gestellt wegen ihrer Insolenz, ihre vom Papst ignorierten Fragen öffentlich gemacht zu haben.

Kardinal Burke wiederholte im Interview, daß Papst Franziskus selbst am Beginn des nachsynodalen Schreibens erklärt, daß Amoris laetitia nicht Teil des päpstlichen Lehramtes sei.

Der Kardinal, ein brillanter Kirchenrechtler, der vor seiner Absetzung durch Papst Franziskus Präsident des Obersten Gerichtshofes der Apostolischen Signatur war, erläuterte den Unterschied zwischen einer materiellen und einer formellen Häresie. Der „wirre“ Text von Amoris laetitia lasse es nicht zu, mit Sicherheit sagen zu können, ob es sich um eine materielle Häresie handelt. Dieser Punkt sei jedoch zu klären. Gleichzeitig deutete der Kardinal an, daß durch eine hartnäckige Weigerung von Papst Franziskus, eine Klärung herbeizuführen, der Übergang zu einer formellen Häresie gegeben sein könnte.

Fragen nicht zu klären, „wäre verheerend“

Die offenen Fragen, die von den Kardinälen in ihren Dubia formuliert wurden, nicht zu klären, wäre „wirklich verheerend“, so Kardinal Burke.

Die Bischöfe der Kirchenprovinz Buenos Aires, für die ein besonderes Näheverhältnis zum regierenden Papst angenommen werden muß, legten im vergangenen September ein Pastoraldokument vor, in dem sie unter Verweis auf Amoris laetitia die Zulassung wiederverheirateter Geschiedener zur Kommunion gutheißen. Papst Franziskus lobte dieses Dokument. Allerdings, so Burke, scheint er auch dabei keine lehramtliche Autorität beansprucht zu haben. Auch dieser Punkt bedürfe dringend einer Klärung.
Der Kardinal sagte es nicht, deutete es aber im Kontext an, daß dieses zustimmende Lob für das Pastoraldokument von Buenos Aires, das inhaltlich ausspricht, was Amoris laetitia nur halbverschleiert äußert, ein Akt formeller Häresie sein könnte.

„Ich fürchte Gott, nicht den Verlust der Kardinalswürde“

Der Verlust der Kardinalswürde, der von Vertrauten des Papstes in den Raum gestellt wurde, bekümmere ihn nicht, so der Kardinal. Was er fürchte sei, wie er einst „vor Unserem Herren beim Jüngsten Gericht“ stehen werde und Ihm sagen müßte: „Nein, ich habe Dich nicht verteidigt, als Du angegriffen wurdest. Die Wahrheit, die Du lehrst, wurde verraten.“ Das beschäftige ihn, so Burke, nicht der Kardinalspurpur.

Der Kardinalpatron des Malteserordens verteidigte seinen Vergleich der derzeit herrschenden „Verwirrung“ mit dem arianischen Streit des vierten Jahrhunderts. Beide Fälle betreffen fundamentale Glaubenswahrheiten: „die Wahrheit über die Heilige Ehe und die Wahrheit über die Heilige Eucharistie“. Wenn diese Verwirrung nicht aufhöre, „werden wir eine Situation haben, daß es innerhalb der Kirche große Personengruppen geben wird, die den katholischen Glauben nicht glauben, wie es dem Heiligen Ambrosius ergangen ist, als er Bischof von Mailand wurde.“ Das sei eine „ernste Angelegenheit“.

The Remnant fragte, „was nun“ geschehen werde, da der Kardinal für den Fall einer hartnäckigen Weigerung des Papstes, auf die Dubia zu antworten, eine „brüderliche Zurechtweisung“ in den Raum gestellt hatte. Die „brüderliche Zurechtweisung“ würde darin bestehen, so der Kardinal, das eindeutig zu bekräftigen, was die Kirche immer gelehrt hat. Die Vorgehensweise würde dabei weitgehend dem der Dubia entsprechen. Wörtlich sagte Kardinal Burke:

„Nun, diese sieht nicht viel anders aus als die Dubia. Mit anderen Worten: Die Wahrheiten, die von Amoris laetitia in Frage gestellt zu werden scheinen, würden neben das gesetzt, was die Kirche in der offiziellen Lehre der Kirche immer gelehrt und praktiziert hat. Auf diese Weise würden diese Irrtümer korrigiert werden.“

Quelle: katholisches.info

„Schönborn irrt, und das möchte ich dem Heiligen Vater sagen“

Kardinal Caffarra: Wenn Priester, Bischöfe, Kardinäle etwas über die Ehe lehren, das im Widerspruch zum Katechismus der Katholischen Kirche steht, „dann schenkt dem kein Gehör. Es sind Blinde, die Blinde führen“.

Kardinal Carlo Caffarra gehörte zu den fünf Purpurträgern, die 2014 auf Initiative von Kardinal Raymond Burke, im Vorfeld der ersten Bischofssynode über die Familie, Beiträge für den Sammelband „In der Wahrheit Christi bleiben“ zur Verteidigung der katholischen Morallehre und der Sakramenten-Ordnung verfassten.

Der ehemalige Erzbischof von Bologna fühlte sich durch jüngste Stellungnahmen von Kardinal Christoph Schönborn und Berichte des päpstlichen Hofvatikanisten Andrea Tornielli herausgefordert.

„Blinde, die Blinde führen“

Auch im weiteren Interview ging Kardinal Caffarra auf die „Verwirrung“ ein, die unter Gläubigen über die Ehelehre herrsche. Einem in dieser Frage verwirrten Gläubigen würde er sagen:

Kardinal Caffarra: Ich würde ihm einfach sagen: Lies im Katechismus der katholischen Lehre die Nummern 1601 und 1666 und denk darüber nach, und wenn du Aussagen über die Ehe hörst, auch von Priestern, Bischöfen und Kardinälen, und du feststellst, dass sie nicht mit dem Katechismus übereinstimmen, dann schenke ihnen kein Gehör. Es sind Blinde, die Blinde führen.“